Mit der Einführung des dreijährigen Lehrberufs Eventkaufmann/Eventkauffrau zu Beginn des Jahres
2020 wurde ein Ausbildungsversuch implementiert, der gezielt auf die spezifischen Anforderungen der
Event-, Messe- und Veranstaltungsbranche ausgerichtet ist. Diese Berufsausbildung stellt eine
konzeptionelle Neuentwicklung im Rahmen der fortschreitenden Modernisierung und Differenzierung
kaufmännischer Lehrberufe dar. Im Gegensatz zum Lehrberuf Veranstaltungstechnik, der primär
technische Aspekte fokussiert, liegt der Schwerpunkt im Lehrberuf Eventkaufmann/Eventkauffrau auf
der Konzeption von Veranstaltungen, dem umfassenden Veranstaltungsmanagement – einschließlich
Planung, Durchführung und Evaluierung – aber auch den administrativen Tätigkeiten im betrieblichen
Kontext, etwa im Bereich des Rechnungswesens.
Innerhalb der österreichischen Berufsbildungslandschaft existiert kein direkter Vorläufer für diesen
Lehrberuf. Eine vergleichbare, staatlich anerkannte kaufmännische Ausbildung im Bereich
Veranstaltungs- und Eventmanagement ist in Deutschland bereits seit mehreren Jahren in Form des
Lehrberufs Veranstaltungskaufmann/Veranstaltungskauffrau etabliert und fest im dualen
Ausbildungssystem verankert.
Die vorliegende Evaluierung wurde vom ibw – Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft – im Auftrag
des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus gemäß § 4 der Ausbildungsordnung
Eventkaufmann/Eventkauffrau durchgeführt.2 Ziel der Untersuchung ist es, den als Ausbildungsversuch
eingerichteten Lehrberuf aus unterschiedlichen Perspektiven zu analysieren und eine fundierte
Grundlage für die Bewertung seines Erfolgs sowie für die Entscheidung über eine mögliche Überführung
in einen regulären Lehrberuf zu schaffen. Darüber hinaus sollen etwaige notwendige Anpassungen der
Ausbildung sowie konkrete Verbesserungsvorschläge aufgezeigt werden.
Die Evaluierung stützt sich auf eine sekundärstatistische Analyse sowie auf eine Onlinebefragung unter
Ausbildungsbetrieben und Berufsschulen. Die Umfrage wurde im Oktober 2025 durchgeführt. Von den
eingeladenen 18 Ausbildungsbetrieben und 6 Berufsschulen nahmen letztlich 10 Vertreter:innen aus
den Betrieben und 9 Vertreter:innen aus den Schulen teil.3 Die im Rahmen der Evaluierung
durchgeführten sekundärstatistischen Auswertungen basieren auf den Lehrlingsstatistiken der
Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) für die Jahre 2020 bis 2024 sowie auf Sonderauswertungen des
Arbeitsmarktservice (AMS).